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Auf dieser Seite finden Sie Verarbeitungshinweise zu den neuen High-Tech Stoffen (Folien, Papieroptiken...). Haben Sie schon selbst Erfahrungen bei der Verarbeitung gemacht? Möchten Sie Sie darüber auf dieser Seite berichten? Dann schreiben Sie uns!

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Unter der Bezeichnung High-Tech Stoffe wird meist eine Stoffgruppe bezeichnet, die im Gegensatz zu 'altbekannten' Stoffen/ Musterungen mit neuen Herstellungsverfahren oder Spezialeffekten hergestellt wurden.
(Bsp: Popeline, der beim Weben ein glänzender Faden verwendet wurde; Stoffe, auf die eine speziellen Beschichtung aufgebracht wurde/ sog. Laminate, auf z.B. Maschenware wird durch Erwärmung in einem Klebeverfahren eine Beschichtung aufgebracht).
Für viele sind diese Stoffe aufgrund Ihrer Neuheit in der Verarbeitung und auch im Trageverhalten/ Pflege noch fremd. Trotzdem bieten sie aufgrund Ihrer speziellen Eigenschaften und schönen Oberfläche neue kreative Möglichkeiten.


Vorbereitung

Auf jeden Fall sollten Sie eine dünne Nadel (Stärke 65-70)/ Nadel mit Rundspitze benutzen. Die meisten dieser Stoffe haben sehr dicht aneinanderliegende, dünne Fäden. Wenn die Nadel versucht zwischen diese engen Zwischenräume zu dringen, verusachen dicke oder spitze Nadeln eine Beschädigung eines Fadens und somit eine 'Laufmasche'. Nadeln mit Rundspitze verdrängen den Faden leicht, ohne ihn zu verletzen. Verwenden Sie eine zu dicke Nadel entstehen auch unschöne Einstichlöcher, die sich nicht mehr schliessen oder dicker sind als der Faden, der es füllt.
(Alle diese Effekte können aber auch bei anderen dicht gewebten Stoffen mit sehr dicht eingestellten Fäden/ oder glatten, glänzenden Oberflächen (Satins, Popeline..) durch falsche Verarbeitung oder optische Veränderungen herbeigeführt werden)

Als Nähfaden sollten Sie einen sehr dünnes, hochwertiges Garn benutzen (Stärke 150, Markengarn). Wie auch bei den Nadeleinstichen, verdrängt auch der Faden das Gewebe und kann optisch eine unschöne Naht erzeugen. Hochwertige Garne haben gute Gleiteigenschaften.

Falls Sie den Anpreßdruck Ihres Nähfüsschens einstellen können, stellen Sie Ihn so ein, daß er so gering wie möglich ist. Da diese Stoffe oft eine glatte Oberfläche besitzen, rutschen Sie umso leichter, je höher sie von oben zusammengepreßt werden.

Als Stichlänge sollten Sie anfangs 4 Stiche/cm einstellen.

Verringern Sie die Fadenspannung soweit es das Stichbild zuläßt!

Durchsuchen Sie das Zusatzzubehör Ihrer Nähmaschine! Es gibt für beschichtete Stoffe z.B. Rollenfüßchen/ Teflonsohle oder Transportplatten mit ganz kleinen Transportzähnchen

Wenn Sie die Möglichkeit haben nähen Sie auf einer Nähmaschine, die nur geradeaus Nähte bilden kann, da die Öffnung im Transporter im Gegensatz zu Zick-Zack- Maschinen dort nur ein kleines Einstichloch vorsieht. Bei größeren Öffnungen besteht die Gefahr, dass die Maschine den Stoff tief hineinzieht ('frißt') und so eine Trichterbildung erzeugt.

Wie bei jedem nähen, sollten Sie vor dem Beginn an Stoffresten testen, welche Einstellungen/ Garn sie einstellen/ benutzen um das beste Stichbild zu erreichen.
Anfangs legen Sie sich Stofflagen rechts auf rechts/ links auf links aufeinander (je nachdem welche Nähte Sie erzeugen wollen) und nähen Sie anfangs ohne Nähfaden!
Schon hier können Sie feststellen ob sich z.B. die Stofflagen gegeneinander verschieben, rutschen oder durch den Transporter/ Füßchen/ Nadel unschöne Abdrücke enstehen.
Verschieben sich beide Stofflagen, könnten Sie, wenn vorhanden, den Diffentialtransport an Ihrer Maschine zum Einsatz bringen. Dieser bewirkt, dass die obere Stofflage mit einer Spezialvorrichtung gleichmäßig transportiert wird. (an neuen Maschinen vorhanden oder nachrüstbar).


ZUSCHNITT
Falls es die Musterung zuläßt, kann man die Schnittmuster um 2-3° im Verhältnis zur Kettrichtung versetzt auflegen. Das bewirkt auch beim Nähen, das die Nadel besser in das meist sehr dichte Gewebe eindringen kann.

Ansonsten sollten die Schnittmuster wie gewohnt in Richtung des Fadenlaufes (also parallel zur Webkante) verlaufend aufgelegt werden.

Bei sehr glatten Materialen/ Folien gibt es manchmal Probleme weil die Schneiderkreide nicht oder schlecht haftet. Sie können die Umfangslinien (!nicht die Nählinien) auch mit Bleistift o.a. Stiften umranden. Testen Sie aber auf jeden Fall ob und wie sich der Stift entfernen läßt oder ob er vielleicht verschmiert.
Vorsicht mit Stecknadel-Markierungen: sie lassen u.U. unschöne Einstiche.
Als kleine Hilfe können Sie sich für Bohrlochmarkierungen kleine selbstklebende Kreise (Bürobedarf)/ Tesastreifen aufkleben. Testen Sie aber ob sich diese wieder rückstandsfrei entfernen lassen.


BÜGELN/ EINLAGE/ FUTTER
Fast alle dieser Materialien lassen sich problemlos mit 2** Bügeln. Testen Sie an Stoffresten die Empfindlichkeit des Stoffes. !Vorsicht bei Glanzbeschichtungen/ aufgedampfte Folien: diese Oberflächen sollten natürlich keinesfalls in direktem Kontakt mit der Bügelsohle kommen. Immer Tuch zwischenlegen oder nur von links bügeln.

Einige dieser Stoffe haben auch auf der Innenseite eine glatte Oberfläche, die sich auflädt oder anklebt. Hier sollten Sie eine Art Netzstoff/ Netzfutter zwischenarbeiten oder lose anhängen. Die meisten Stoffe bestehen aber aus mehreren Lagen, sodass innen eine angenehme Oberfläche verwendet wird. Füttern ist hier nicht nötig.

Benutzen Sie Einlage, die auch bei niedrigen Temperaturen gut mit dem Untergrund verklebt (Einlage für Leder/ Fixiereinlage aus unserem Warenshop...). Testen Sie einige kleine Stücke, lassen Sie sie auskühlen und prüfen Sie ob sich die Einlage ablöst/ entfernen läßt.


Pflege

Die meisten dieser Stoffe lassen sich problemlos bei 30° (am besten mit Feinwaschmittel) waschen. Da viele dieser Stoffe kaum Wasser aufnehmen können, brauchen sie nur leicht oder gar nicht geschleudert werden. Vorteil: meist sind Sie schon nach kurzer Zeit trocken. Oberflächenverschmutzungen bei aufgedampften Folien kann man meist mit einem Schwamm, warmen Wasser und milder Seife reinigen.
>Bei einige Geweben kann das Schleudern unschöne, irreparable Knickfalten hinterlassen.

Schneiden Sie sich kleine Proben (z.B. 10x10cm) zurecht. Übergießen Sie diese mit heißem Wasser, knüllen Sie den Stoff und reiben Sie auf der Oberfläche. Schon so können Sie oft ermitteln wieviel oder ob der Stoff einläuft, abfärbt oder seine Oberfläche verändert.
>Heben Sie sich alle Stoffproben (getestet und ungetestet) auf und machen Sie sich Notizen zu dem jeweiligen Test, falls Sie den Stoff später nochmals verarbeiten möchten.

Haben Sie schon selbst Erfahrungen bei der Verarbeitung gemacht? Möchten Sie Sie darüber auf dieser Seite berichten oder Tipps geben? Dann schreiben Sie uns!

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Quellen: Damen-Rundschau 05/2001 (Beitrag von Dipl.-Ing. R.Heckner/ Fa. Gütermann)

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